Die Diskussion um einen möglichen Kerosinmangel in Folge des Iran-Konflikts sorgt bei vielen Reisenden in Deutschland für Unsicherheit. Eine aktuelle Umfrage des Unternehmens SAP Concur zeigt, dass beinahe jeder fünfte Teilnehmer bereits einen gebuchten Flug aufgrund der Situation storniert oder umgebucht hat – oder die Airline selbst eine Stornierung vorgenommen hat.
Rund 62 Prozent der Befragten haben ihr Reiseverhalten wegen drohender Engpässe beim Flugbenzin bereits angepasst. Etwa 46 Prozent bevorzugen Bahn oder Auto, 39 Prozent buchen frühzeitiger und 31 Prozent verschieben ihre Reiseentscheidungen vorerst. Besonders im Geschäftsreisebereich bleibt die Lage vergleichsweise stabil: Nur 17 Prozent der Geschäftsreisenden ändern ihre Pläne, und lediglich 6 Prozent erleben derzeit tatsächliche Flugstornierungen.
Manager Michael Schmitz empfiehlt, Reisen flexibel zu planen. Das bedeutet: Wenn möglich, Alternativen wie Bahn oder Mietwagen bereits einbeziehen und bei Flugausfällen zügig umbuchen. Zudem sollen Reisende alle zusätzlichen Kosten dokumentieren und Belege sichern – ein wichtiger Schritt, um spätere Entschädigungsansprüche effektiv geltend zu machen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigte im April mögliche Gegenmaßnahmen an, falls es tatsächlich zu einer Kerosinknappheit kommen sollte. Gleichzeitig warnte sie vor übertriebener Panik: „Alarmismus bei Kerosin hilft nicht“, betonte sie. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte zuvor auf mögliche Engpässe in einzelnen europäischen Ländern hingewiesen, darunter Deutschland, Frankreich und Österreich.
Kommt es infolge eines Kerosinmangels zu Flugverspätungen oder -annullierungen, gelten grundsätzlich die EU-Fluggastrechte nach Verordnung 261/2004. Ob eine Entschädigung zusteht, hängt von der Ursache und der Verantwortlichkeit der Airline ab. Handelt es sich um einen außergewöhnlichen Umstand außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft, kann der Anspruch entfallen. Dennoch sind Airlines verpflichtet, Betreuungsleistungen wie Mahlzeiten, Hotelunterbringung oder Umbuchung anzubieten.
Besonders bei Lufthansa-Flügen lohnt sich eine rechtliche Prüfung, da die Airline in der Vergangenheit bei ähnlichen Fällen Entschädigungen gezahlt hat.
Bewahren Sie alle Reiseunterlagen, Bordkarten und E-Mail-Korrespondenzen sorgfältig auf. Lassen Sie sich die Ursache der Verspätung oder Annullierung schriftlich bestätigen. Anschließend können Sie Ihren Anspruch nach EU 261/2004 über einen spezialisierten Dienst wie AviClaim prüfen lassen.
Fazit: Auch wenn die Kerosinversorgung künftig schwanken kann, sollten Passagiere vorbereitet sein und ihre Rechte kennen. Mit der richtigen Dokumentation und schneller Reaktion bleibt die Chance auf eine faire Entschädigung erhalten.