Deutsche Luftfahrtbranche fordert zusätzliche Entlastungen 2026

Die angekündigte Senkung der Ticketsteuer begrüßt die deutsche Luftverkehrsbranche grundsätzlich, doch laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) reicht diese Maßnahme nicht aus. Auf der Jahrespressekonferenz 2025 in Berlin wurde erklärt, dass weitere Schritte notwendig seien, um den Standort Deutschland zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.

Rückgang bei Inlandsflügen und Billigverbindungen

Im vergangenen Jahr lag das Flugangebot von deutschen Flughäfen lediglich bei rund 89 % des Vorkrisenniveaus von 2019. Besonders rückläufig waren Inlandsflüge und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, üblicherweise das Segment von Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder Wizz Air. Im Gegensatz dazu trugen vor allem touristische Flüge zur Erholung des Passagieraufkommens bei, das 2025 auf 219,6 Millionen Passagiere gestiegen ist, ein Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotzdem fehlen dem deutschen Markt noch etwa 30 Millionen Fluggäste im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Krise.

Hohe Standortkosten belasten Airlines

Staatlich verursachte Standortkosten zählen zu den größten Belastungen. Neben der Ticketsteuer fallen insbesondere hohe Gebühren für Flugsicherung und Sicherheitskontrollen an. Diese Kosten sind laut BDL allein im letzten Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro gestiegen.

Der Verband fordert daher langfristige finanzielle Entlastung, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Airlines zu stärken. Als gelungenes Beispiel nennt der BDL Schweden, wo nach der Abschaffung der Luftverkehrssteuer ein deutlicher Kapazitätsanstieg im Flugverkehr zu verzeichnen war.

Was bedeutet das für Reisende?

Für Reisende könnte eine Senkung der Luftverkehrssteuer langfristig zu niedrigeren Ticketpreisen und mehr Flugangebot führen. Die deutsche Luftfahrtbranche fordert eine nachhaltige Deregulierung, um den Anschluss an das starke Wachstum anderer europäischer Länder nicht zu verlieren. Neben Steuererleichterungen ist ein koordiniertes Vorgehen von Politik und Wirtschaft erforderlich, nur so können Investitionen in grüne Technologien, Standortsicherheit und Kundenzufriedenheit gewährleistet werden.