Fliegen wird teurer: Wie Kerosinknappheit den Sommer 2026 prägt
Die Luftfahrtbranche steht vor einer massiven Herausforderung. Laut einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Allianz Trade wird die anhaltende Kerosinknappheit infolge des Iran-Kriegs im Sommer 2026 zu weiter steigenden Flugpreisen führen. Besonders betroffen sind internationale Strecken, deren wirtschaftliche Grundlage stark vom Ölpreis abhängt.
Auswirkungen auf den europäischen Luftverkehr
Deutschland gehört zu den größten Kerosinimporteuren Europas. Da die Lieferungen aus dem Nahen Osten derzeit unterbrochen sind, müssen Airlines auf teurere Importwege aus den USA zurückgreifen. Allianz Trade schätzt, dass die Vorräte bereits im Frühsommer 2026 knapp werden könnten – mit direkter Folge für Fluggesellschaften und Passagiere.
Internationale Airline-Netzwerke wie Lufthansa oder TAP Portugal mussten bereits ihre Kapazitäten anpassen. Für viele Langstreckenverbindungen steigen die Preise zwischen fünf und fünfzehn Prozent. Hinzu kommen neue Kerosinzuschläge und teurere Zusatzleistungen wie Gepäck oder Sitzplatzreservierungen.
Beliebte Reiseziele ändern sich
Während Reisen in die Krisenregion Nahost derzeit entfallen, profitieren süd- und südwesteuropäische Reiseziele wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien. Viele Reisende geben ihre geplanten Fernflüge nach Asien oder Australien auf und setzen stattdessen auf europäische Sommerdestinationen. Allianz-Trade-Expertin Maria Latorre beobachtet einen Nachfrageanstieg von 32 % für Spanien und rund 20 % für Italien, Griechenland und Portugal.
Trotzdem bleibt die Stimmung verhalten. Hohe Energiepreise, Inflation und schwache Konsumlaune dämpfen die Reiselust. Der Inlandstourismus profitiert nur begrenzt davon, da auch in Deutschland die Ticketpreise steigen.
Fazit
Die Lage am internationalen Kerosinmarkt bleibt angespannt. Selbst wenn sich die politische Situation entspannt, ist laut Allianz Trade frühestens nach drei bis sechs Monaten mit einer Normalisierung der Raffinerieauslastung zu rechnen. Bis dahin müssen Passagiere mit höheren Ticketpreisen rechnen.