Nahostkonflikt verursacht massiven Kapazitätseinbruch im Flugverkehr
Der Nahostkonflikt hat ein beispielloses Chaos im globalen Luftverkehr ausgelöst. Nach Angaben des Datenanbieters Cirium fielen zwischen dem 28. Februar und 11. März 2026 weltweit mehr als 46.000 Flüge aus, ein Rückgang von rund zehn Prozent der gesamten Airline-Kapazität. Damit handelt es sich um den größten Kapazitätsschock seit der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020.
Golfdrehkreuze lahmgelegt
Besonders betroffen sind die großen Drehkreuze am Persischen Golf: Dubai, Doha und Abu Dhabi. Diese Flughäfen gelten als strategische Transitpunkte für Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways. Durch Luftraumsperrungen und Drohnenangriffe war ein Flugbetrieb zeitweise unmöglich. Passagiere strandeten weltweit, da Verbindungen über die Region blockiert waren. Während sich der Verkehr in Dubai langsam normalisiert, befinden sich Doha und Abu Dhabi weiterhin im Notbetrieb.
Run auf Lufthansa-Flüge
Auch europäische Airlines spüren die Folgen deutlich. Lufthansa berichtet, dass der Ticketverkauf in den ersten fünf Tagen nach Kriegsausbruch um 60 Prozent stieg. Für Flüge bis Jahresende lag der Zuwachs noch bei 20 Prozent. Besonders gefragt sind Nonstop-Verbindungen nach Asien und Afrika, da Umsteigeverbindungen über die Golfstaaten ausfallen. Entsprechend steigen die Preise: Ein Economy-Ticket kann kurzfristig bis zu 100 Prozent teurer sein als noch wenige Wochen zuvor.
Rechtliche Aspekte und Passagierrechte
Da politische Unruhen und Konflikte als außergewöhnliche Umstände gelten, besteht in der Regel kein Anspruch auf Entschädigung nach EU-Verordnung 261/2004. Dennoch haben Passagiere Anspruch auf eine Umbuchung, Erstattung der Ticketkosten sowie Betreeungsleistungen wie Verpflegung und Hotelunterkunft.